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EU-Recycling Ausgabe 05/2020: „Die Zuversicht überwiegt“

Die Spatzen pfiffen es schon in der Woche nach Ostern von den Dächern, und am 23. April stand es fest: 2020 fällt die IFAT, die bereits von Mai in den September verschoben worden war, aus. Die Entscheidung gründet auf eine Online-Umfrage unter den Ausstellern, beteiligten Industrieverbänden und Partnern der Messe München GmbH. Eine Mehrheit hält die Durchführung der Umwelttechnologie-Leitmesse demnach für nicht vertretbar. Die nächste reguläre IFAT soll vom 30. Mai bis 3. Juni 2022 stattfinden.

Wann indessen der Shutdown beendet ist, die Wirtschaft wieder voll hochfahren und in Gang kommen kann, ist derzeit – bei Redaktionsschluss – nicht absehbar. Die Rezession ist da, wie man dem Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute entnehmen kann, und auch die Entsorgungs- und Recyclingbranche wehrt sich nach Kräften gegen den Einbruch, dessen ganzes Ausmaß sich noch nicht erschließt. Vorerst gehen hier die meisten Unternehmen ihren Geschäften wie üblich nach, aber die Folgen der Corona-Krise werden möglicherweise über viele Jahre hinweg zu spüren sein.

Das zeigt auch unsere Umfrage zu den Auswirkungen der Krise in der vorliegenden Ausgabe. So bleibt zwar die Nachfrage nach Altpapier stabil, doch gibt es enorme Importprobleme und die Sammelmengen des Rohstoffs gehen zurück. Trotzdem äußern sich die befragten Verbände und Unternehmen überwiegend zuversichtlich, dass die Pandemie in der zweiten Jahreshälfte bewältigt werden kann. Positive Nachholeffekte im dritten oder wenigstens vierten Quartal 2020 seien dann durchaus realistisch. Mit einem Anspringen der Wirtschaft wird aber erst im nächsten Jahr gerechnet.

Vieles in der Entwicklung wird davon abhängen, wie die Automobilindustrie zurück in die Produktion kommt. Wenn es laut einer Studie zutrifft, dass die Fahrzeughersteller das Zukunftsthema Circular Economy stärker in den Fokus rücken, dann wird Nachhaltigkeit zum strategischen Muss in der Autobranche. Die Umsetzung folgt hier bislang oft keinem ganzheitlichen Ansatz, und das Potenzial von Recycling wird noch zu wenig ausgeschöpft.

Jede Krise kann gemeistert werden – und so sicher auch diese. Daran gibt es keinen Zweifel. Dabei gilt es für die Zukunft, den Weg in Richtung einer Kreislaufwirtschaft weiter zu beschreiten und auch über einen „grünen“ Marshallplan nachzudenken, um die Wirtschaft anzukurbeln. Wichtige Impulse für die Wettbewerbsfähigkeit in Europa könnten daraus erwachsen.

Wir wünschen Ihnen wieder eine nützliche Lektüre und bleiben Sie gesund!

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Quelle: MSV GmbH / www.eu-recycling.com, Foto: tong2530 /stock.adobe.com